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Mittwoch, 1. Oktober 2014

Via NachDenkSeite WPP – Die im Dunkeln sieht man nicht (Die WPP-Agentur Burson-Marsteller z.B. macht positive PR für Diktaturen, Militärregime, Atomenergie, Fracking, Gentechnik u.v.a.) Alles mit voller Unterstützung durch die SPD und die CDU

Verantwortlich:

Manch kritischem Beobachter fällt auf, dass sich die Meldungen der auflagenstärksten Medien kaum noch voneinander unterscheiden. Rein theoretisch könnten das lauter ungeplante Zufälle sein. Wer jedoch die Chance hat, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen, erkennt da durchaus System und nicht nur Copy/Paste. Von Christoph Jehle [*]

Man sollte jedoch nicht hinter jeder Straßenecke eine Verschwörung vermuten, nur weil man um die Zusammenhänge nicht hinreichend kennt. Und die verbergen sich manches Mal wie bei WPP auch hinter solch banalen Dingen wie aus Draht gefertigten Einkaufskörben. Der Namensgeber des heute als WPP plc firmierenden Unternehmens wurde 1971 unter dem Namen Wire and Plastic Products plc als Hersteller von Einkaufskörben gegründet und ist heute einer der weltweit führenden Meinungsmacher. Der profane Unternehmenszweck der Fertigung von Draht- und Kunststoffprodukten wird übrigens in Großbritannien heute noch unter dem Namen Delfinware Household Products über die 1969 gegründete Delfinware Domestic Wireware als lokale Marke weitergeführt.
WPP hat heute seinen Sitz in Saint Helier auf der britischen Kanalinsel Jersey. Solange es steuerlich vorteilhaft war (2008-2012), gab es einen registrierten Firmensitz in Dublin, Irland. WPP versteht sich als die größte Kommunikations-Dienstleistungs-Gruppe der Welt und beschäftigt 170.000 Mitarbeiter an 3.000 Standorten in 110 Ländern. Nummer zwei auf dem Weltmarkt ist die US-amerikanische Omnicom Group, Nummer drei die französische Publicis. Den aktuellen Überblick über die WPP-Konzern-Gesellschaften findet man hier. Da die geplante Fusion von Omnicom und Publicis im Mai 2014 abgesagt wurde, konnte WPP seine Position als weltweiter Marktführer halten.

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Sehr geehrter Herr Bürgermeister Scholz, sehr geehrte Herren Senatoren Tschentscher und Horch, sehr geehrter Herr Weinberg,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete der Bürgerschaft, der Bezirksversammlung Altona und der Kommission für Bodenordnung,

die Bürgerinnen, Bürger und Gewerbetreibenden Ottensens haben keinerlei Verständnis für die derzeit laufenden parteipolitisch geprägten Grabenkämpfe und Verfahrens-Tricksereien im Zuge der Entscheidungen über Grundstücksvergabe und Baugenehmigung des geplanten Bürokomplexes Zeise-2 auf dem Zeisehallen-Parkplatz in Ottensen.

Der Verkauf des letzten großen Baugrundstücks im Zentrum von Ottensen darf nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Hinterzimmer stattfinden – ohne Berücksichtigung der Interessen eines ganzen Stadtteils mit 30.000 Bewohnern und ohne längere Beratung in der Bürgerschaft und im Bezirk Altona. Das ist schlichtweg undemokratisch und das Gegenteil von Bürgerbeteiligung.

Eine große Mehrheit der Ottenser will hier keinen Bürokomplex in der geplanten Größenordnung, weil er das fragile Gleichgewicht zwischen Wohnen, Kultur und kleinteiligem Gewerbe in diesem zentralen Teil des Viertels endgültig sprengt und die Mietpreisentwicklung noch weiter antreibt. Was für viele von Ihnen nach einer guten Lösung nach so vielen Jahren „Stillstand“ auf dem Parkplatz aussieht, ist aber in Wirklichkeit eine Mogelpackung: Hier werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, und zudem verlieren Sie als Befürworter das (letzte?) Vertrauen, was man Ihnen noch zuschreibt
Erst Wohnbebauung aufwendig zu beschließen und dann plötzlich vor den Wahlen unbemerkt auf Bürobebauung umzuschwenken, weil ein Investor plötzlich für einen lukrativen Mieter das Portemonnaie aufmacht und sich noch mehr Profit verspricht, ist ohne Zweifel ein sehr fragwürdiges und wenig souveränes Vorgehen. Dass ein städtisches Grundstück an einen Investor verkauft werden soll, der sich schon nebenan bei der Wahrung und Weiterentwicklung des Industrie-Denkmals Zeise-Hallen „nicht mit Ruhm bekleckert“ hat, macht es noch schlimmer.

“Selbstverständlich ist das Projekt wirtschaftlich interessanter als dort geförderten Wohnungsbau zu machen.” Frank Bohlander, Geschäftsführer von Quantum am 25.09.2014 im NDR-„Hamburg Journal“-Interview

Bei Bürgerinnen, Bürgern und Gewerbetreibenden erzeugt großes Unverständnis und Wut, dass die SPD trotz des Wissens um die große Ablehnung dieses Projekt dennoch immer noch ohne Kontaktaufnahme mit den Bewohnern vor Ort im Schnellverfahren durchziehen will. Dass die CDU dies, wie gestern in der Bürgerschaftssitzung zu erleben war, sogar mit trägt, ist genauso unverständlich. Nach dem Willen beider Parteien kann also der Verkauf bei der nächsten Sitzung der Kommission für Bodenordnung am 2. Oktober unter Dach und Fach gebracht werden – es sei denn: Sie setzen sich bei Ihren Parteikolleginnen und -kollegen dafür ein, dass die Mitglieder der Kommission anders entscheiden.

Die reine Bürobebauung ist nicht alternativlos: Schreiben Sie die Fläche nach Ablauf der Anhandgabe neu aus, unter Einbeziehung der Gewerbetreibenden und Bewohner des Stadtteils. Setzen Sie nicht einfach 850 Menschen in ein gewachsenes Quartier. Entstehen könnte ein Mix aus Wohnen und Arbeiten, der zum Viertel passt und wirklich integrativ ist. Diskutieren Sie auch die Alternative, dass die SAGA auf dem Zeiseparkplatz bezahlbare Wohnungen baut, da die SAGA als städtisches Unternehmen hier entsprechend ihres Gründungszweckes stabilisierend auf die Mieten in Ottensen einwirken könnte.

Wenn Sie die Möglichkeit der Einflussnahme nicht wahrnehmen, machen Sie sich mitschuldig an einem Fehler, der schwer rückgängig zu machen ist und massiven Einfluss auf die Menschen vor Ort und ihr Lebensgefühl hat.

Sehr geehrte Damen und Herren, es liegt nun in Ihrer Verantwortung, die Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen, den Frieden im Stadtteil wieder herzustellen und eine drohende Eskalation zu vermeiden. Nutzen Sie die Möglichkeiten für die notwendige parlamentarische und öffentliche Debatte, unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger.

Wer Ottensen ignoriert – den wird Hamburg nicht wieder wählen.