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Mittwoch, 5. März 2014

Eine Pressemitteilung der Kirchengemeinde Bahrenfeld. Sehr geehrter Herr Dr. Scheele, sehr geehrte Frau Prüfer-Storcks

Mit großer Aufmerksamkeit haben wir Ihre gestrige Presseerklärung gelesen. Wir freuen uns, dass das Wohl und die Interessen der SeniorInnen bei Ihnen an erster Stelle stehen.
 
Leider ziehen Sie daraus die in unseren Augen falschen Schlüsse:
Das Beste für die Senioren und Seniorinnen und deren gesundheitliches Wohlbefinden wäre, wenn sie einfach bleiben können, wo sie sind. Wir möchten, dass das Pflegeheim im Holstenkamp erhalten bleibt!
 
Wir fordern hier nichts unmögliches, sondern wir verlangen, dass Verträge eingehalten werden zum Wohle der SeniorInnen.
 
Wir fordern Sie auf, darzulegen, aus welchen Gründen die Gesundheitsbehörde der Schließung zugestimmt hat und aus welchen Gründen sie Teile des Privatisierungsvertrags ausgesetzt hat.
 
Gestern konnten wir in einer Mitteilung von p&w lesen, dass die angegebene Bettenzahl von 214 auf 167 runterkorrigiert wurde! Es wurde auch bestätigt, dass das Unternehmen in der Wirtschaftlichkeit beständig Fortschritte gemacht hat.
 
Allerdings wird die Zahl der belegten Betten nicht mehr mit 149 angegeben, wie noch am 20.Feb., sondern mit 141.
 
Das bestätigt unsere Befürchtung: Während Sie und alle Fraktionen erklären, alles soll in Ruhe von statten gehen mit aller erforderlichen Zeit, werden bereits im Hintergrund durch schnelles Handeln, wieder auf dem Rücken und zum Nachteil der SeniorInnen, Fakten geschaffen: Die BewohnerInnen werden bereits verlegt. Bis die Politik alles geklärt hat, wird das Heim tatsächlich halb leer stehen.
 
Wir fordern Sie deshalb dringend auf:
Überprüfen Sie die Gründe, die zur Aufhebung der entsprechenden Passagen des Privatisierungsvertrages führten und legen diese offen dar.
Sollten diese Gründe nicht ausreichen, muss die Genehmigung, das Heim zu schließen, umgehend aufgehoben werden.
 
Bis zur Klärung der Sachlage muss p&w sämtliche Schritte zur Schließung des Heims einstellen. D.h., die BewohnerInnen und deren Angehörigen werden umgehend darüber informiert, dass der Vorgang überprüft wird und erst dann, wenn alles geklärt ist, erst dann wird in Ruhe besprochen (gemeinsam!), was weiterhin geschieht. Bis dahin soll kein weiter Bewohner das Heim verlassen müssen und die Gespräche zur Verlegung durch p&w eingestellt werden.
 
Wir möchten wissen, wo die 1.700 leeren Betten in Hamburg sind und wie teuer diese Plätze sind. Gestern lasen wir in einer Erklärung von p&w, dass die Unterbringung eines dementen Patienten bis zu 600 Euro monatlich mehr kostet.
Und wir möchten wissen, welche Heime mit wie viel Plätzen im Umkreis von 3 km zur Verfügung stehen. (Und welche der Heime im Umkreis auch für künftige HeimbewohnerInnen bezahlbar sind!)
 
Uns geht es nicht nur um die BewohnerInnen im Pflegeheim Lutherpark, uns geht es auch um die künftige Versorgung unseres Stadtteils mit bezahlbaren Pflegeplätzen. Alte Menschen müssen in Stadtteilnähe untergebracht werden. Das ist für deren Wohlbefinden und deren Gesundheit sehr wichtig.
Genau deshalb wurden doch wahrscheinlich die Privatisierungsverträge mit der Zweckbindung auf 20 Jahre ausgehandelt!
 
Uns stellt sich die Lage derzeit so dar, dass das Interesse der Stadt, Flüchtlinge unterzubringen auf das Interesse von p&w traf, aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen und man dann hinter den Kulissen sich arrangierte auf Kosten von 150 alten Menschen. Diese Vorgehensweise ist unerträglich und in jeder Hinsicht inakzeptabel!
 
Und, wie wir aus vielen Gesprächen sehr wohl wissen, stehen die Behörden unter einem großen zeitlichen Druck, Flüchtlingsunterkünfte in ausreichender Zahl bereit zu stellen. Das darf aber unter keinen Umständen zu derart absonderlichen Lösungen führen. So schlimm kann die Situation der Flüchtlingsunterbringung nicht sein, dass sie diese Vorgehensweise rechtfertigen könnte.
 
Mit freundlichen Grüßen aus Bahrenfeld

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