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Donnerstag, 25. September 2014

Liebe LeserIn, hier kannst Du lesen wie die SPD, zum Schaden der BürgerInnen und NachbarInnen trickst und täuscht und dem Kapital die Taschen füllt. Zum Schutz des Schreibers habe ich den Namen entfernt. Die Namen der Antragsteller in der Bürgerschaft habe ich, da öffentlich, nicht entfernt. Beste und herzliche Grüße Horst

Sehr geehrte Fraktionsmitglieder der verschiedenen in der Bürgerschaft und in der Bezirksversammlung Altona vertretenen Parteien,
die zukünftige Nutzung des Zeise-Geländes ist ein Thema, das viele Bürgerinnen und Bürger bewegt. Ich selbst arbeite bei WPP, dem Unternehmen, das in dem geplanten Büroneubau angesiedelt werden soll. Dennoch meine ich, dass eine Entscheidung für einen Büroneubau für Ottensen nicht passend wäre. Ich möchte Sie darum bitten, sich für eine bürgernahe und auch wirtschaftlichen Belangen gerecht werdene Lösung einzusetzen. Es besteht ja keinesfalls ein Zwang, dass WPP unbedingt in Ottensen angesiedelt werden muss.
Zur weiteren Erläuterung meines Anliegens bitte ich Sie, mein unten angehängtes Schreiben an die SPD zu beachten. Ich würde mich über Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Engagement in dieser Angelegenheit sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen,

----- Original Nachricht ----
An: info@spd-fraktion.hamburg.de, info@spdfraktionaltona.de
Datum: 25.09.2014 02:18
Betreff: Büroneubau für die WPP auf dem Zeise-Gelände?

Sehr geehrte Abgeordnete der SPD,

ich beobachte schon länger die Diskussionen um die zukünftige Nutzung des Zeise-Geländes in Ottensen. Ich wende mich an Sie, weil ich Mitarbeiter des Unternehmens WPP bin und als Bürger dieser Stadt Ihrer Argumentation für den Bau eines Bürokomplexes kaum folgen kann.
Ich bin 51 Jahre alt und arbeite seit 14 Jahren bei der WPP, früher bei Research International, jetzt bei TNS Infratest (beides Marktforschungsinstitute). Unser Institut ist seit 2008 in der Borselstraße in Ottensen ansässig, quasi in Sichtweite zum Zeise-Parkplatz. Wir sind circa 100 Mitarbeiter.
Ich kenne Ottensen sehr gut. Es ist ein wunderbarer Stadtteil. Ich selbst habe von 2001 bis 2009 in Ottensen gewohnt und ich arbeite immer noch hier. Meine Erfahrung mit diesem Stadtteil sagt mir, eine Büroansiedlung in dieser Größe passt einfach nicht hierher. Ich bin fest davon überzeugt, dass man nur zu anderen Schlüssen kommen kann, wenn man den Stadtteil nicht wirklich kennt. Sie sollten lieber ganz genau nachfragen, was die Bürgerinnen und Bürger für ihren Stadtteil wünschen.
Aber auch wenn Sie die Bürgerinnen und Bürger nicht fragen oder hören möchten, so sollten Sie zumindest doch Ihre eigene Argumentation für eine Ansiedlung von WPP genauestens prüfen.
In Ihren Ausführungen zur Drucksache 20/12983, die ich unten als Anhang beifüge, heißt es beispielsweise, dass der Procom das Grundstück im Jahr 2012 anhand gegeben wurde. Weiter heißt es: „Parallel zu diesem Prozess gab es Planungen des Unternehmens WPP, unter anderem ihre in Hamburg an unterschiedlichen Standorten befindlichen Firmen zusammenzuführen und damit langfristig den Standort Hamburg nicht nur zu sichern sondern auch auszubauen.“
Ich meine, dass es irreführend ist, von einem „parallelen Prozess“ zu sprechen, wenn die WPP die Entscheidung zur Zusammenführung weder 2012, noch 2013, sondern erst kürzlich getroffen hat. Und es ist ebenso irreführend, davon zu sprechen, dass der Standort Hamburg „gesichert“ oder sogar „ausgebaut“ werden soll. Mir als WPP-Mitarbeiter wäre neu, wenn der Standort Hamburg jemals für eines der WPP-Unternehmen in Frage gestellt worden ist. Ich kann ebenso wenig nachvollziehen, wie Sie zu der Annahme gelangen, das Unternehmen plane, den Standort Hamburg „auszubauen“. Man sollte vielleicht nicht jede Geschichte glauben, die die Consultants der Procom aus dem Ärmel zaubern. Mir als WPP-Mitarbeiter sind keine entsprechenden Pläne bekannt.
Sie schreiben weiterhin, dass WPP an der Gewerbefläche Zeise 2 sein „fundiertes Interesse“ geäußert habe. Es mag sein, dass die Procom ein günstiges Angebot gemacht hat. Mehr steckt jedoch nicht dahinter. Die WPP besteht ja keinesfalls grundsätzlich auf den Standort Ottensen.
Und dass hier „800 Arbeitsplätze angesiedelt“ würden, ist eine fragwürdige Darstellung, weil sie suggeriert, dass hier neue Arbeitsplätze entstünden. Das ist aber nicht der Fall. 100 Arbeitsplätze sind schon in Ottensen, und auch die anderen 700 sind bereits in der Stadt, davon 450 zurzeit in der Hafencity. Für ganz Hamburg ergibt sich unter dem Strich kein einziger neuer Arbeitsplatz. Und da die WPP zudem überhaupt nicht vorhat, den Standort Hamburg aufzugeben, besteht auch überhaupt keine Gefahr, dass auch nur ein einziger Arbeitsplatz aus Hamburg verschwinden würde, falls die WPP sich nicht in Ottensen ansiedeln könnte.
Beachtenswert ist auch der folgende Satz in Ihrem Schreiben: „Die langfristige Bindung an den Standort untermauert auch die vertragliche Bindung des Unternehmens in Form eines 15-jährigen Mietvertrages.“ Mir erscheint das etwas kurzsichtig; denn es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass WPP nach 15 Jahren auszieht. Und es ist keinesfalls sicher, ob sich ein Nachmieter in der Größenordnung finden würde. Einen Leerstand an Wohnungen würde es jedoch niemals geben.
Sehr geehrte Abgeordnete, ich bin der Meinung, unterstützen Sie die Ansiedlung von WPP, aber dies muss nicht unbedingt in Ottensen geschehen - insbesondere nicht gegen den erklärten Willen der dortigen Bürger und Bürgerinnen.
Mit freundlichen Grüßen,

ANHANG:
BÜRGERSCHAFT
DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG Drucksache 20/
20. Wahlperiode
Antrag der Abgeordneten Dirk Kienscherf, Gabi Dobusch, Jan Balcke, Martina Koeppen, Anne Krischok, Dr. Melanie Leonhard, Uwe Lohmann, Dr. Christel Oldenburg, Lars Pochnicht, Jan Quast, Karin Timmermann, Sylvia Wowretzko (SPD) und Fraktion
zur Drs. 20/12983

Betr.: Neue gewerbliche Nutzungen am Zeiseparkplatz - Ottenser Mischung aus Wohnen und Arbeiten erhalten!

Das Grundstück „Zeise-Parkplatz“ in Ottensen, Friedensallee/Behringstraße liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans Ottensen 49 aus dem Jahr 1997, der für dieses Grundstück eine Kerngebietsnutzung (MK), VII g, mit einer Geschossfläche von 13.500 m² ausweist und damit an die vergangene Nutzung als Gewerbegrundstück anknüpft.
Der Stadtteil Ottensen war noch bis in die 60er Jahre ein bedeutender Industriestandort und Arbeiterquartier: Kranfabrik Menck&Hambrock, Schiffsschraubenfabrik Zeise, Klimageräte Haller&Meuer, Farbenfabrik Maleco und andere waren wichtige Arbeitgeber vor Ort. Die meisten dieser Unternehmen haben in den 60er und 70er Jahren den Standort verlassen. Viele dieser Standorte verloren ihre gewerbliche Nutzung dadurch ganz und wurden anschließend durch Wohnnutzungen bzw. kulturelle Nutzungen ersetzt. Insgesamt gingen in Altona dadurch in den letzten Jahren gut 37 Hektar Gewerbeflächen verloren. Es entstanden über die Jahre viele hundert Wohnungen, darunter auch viele Sozialwohnungen, am Holstenring, an der Behringstraße, an der Fischers Allee, der Großen Brunnenstraße, Erdmannstraße, Bergiusstraße, Am Born und der Friedensallee.
Ganz bewusst wurde das Grundstück Zeise 2 1997 für die Schaffung von Arbeitsplätzen vorgesehen. Auch vor dem Hintergrund erheblicher Baulasten und Nutzungsrechte des benachbarten Grundstückseigentümers für das Grundstück Zeise 2 – u.a. der Verpflichtung zur Schaffung von Parkplätzen für das benachbarte Zeise-Kino, dem Erhalt von Zuwegungen zum Nachbargrundstück Zeise 1 – fand sich über Jahre hinweg keine neue Nutzung entsprechend des Bebauungsplans. Projekte wie die Ansiedlung von Behörden oder potenziellen Nutzern wie Greenpeace scheiterten.
Vor diesem Hintergrund ergaben sich Überlegungen, die Fläche gegebenenfalls teilweise für eine Wohnnutzung bereitzustellen. Ein entsprechender Ideenträgerwettbewerb wurde gestartet. Aufgrund der oben beschriebenen Abhängigkeiten und Verbindungen zum Nachbargrundstück Zeise 1 wurde das Grundstück im Jahr 2012 der Firma Procom anhand gegeben, um dort eine Mischung aus rund 70 Wohnungen, davon zur Hälfte öffentlich geförderter Wohnungsbau, Einzelhandel und Büros zu realisieren. Für dieses Wettbewerbsergebnis hätte der Bezirk im Rahmen der Baugenehmigung erhebliche Befreiungen vom geltenden B-Plan genehmigen müssen, wofür es aber einen politischen Konsens gab.
Parallel zu diesem Prozess gab es Planungen des Unternehmens WPP, unter anderem ihre in Hamburg an unterschiedlichen Standorten befindlichen Firmen zusammenzuführen und damit langfristig den Standort Hamburg nicht nur zu sichern sondern auch auszubauen. Das Unternehmen hat dabei an der Gewerbefläche Zeise 2 sein fundiertes Interesse geäußert. Dort sollen zwölf zur WPP Gruppe gehörende Firmen mit über 800 Arbeitsplätzen angesiedelt werden. Die langfristige Bindung an den Standort untermauert auch die vertragliche Bindung des Unternehmens in Form eines 15-jährigen Mietvertrages. Der Kommission für Bodenordnung liegt nun eine entsprechende Beschlussvorlage vor, die Anhandgabe zu beenden und das Grundstück gemäß dem geltenden Planungsrecht für eine gewerbliche Nutzung zu veräußern.
Dabei ist abzuwägen, welche Bedeutung dieses Grundstück für den Wohnungsbau und den Gewerbestandort und damit die Arbeitsplätze unter anderem im Bezirk Altona hat. Dem Wohnungsbau kommt dabei aufgrund der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt eine besondere Bedeutung zu. Festzustellen ist, dass in den letzten Jahren der Bezirk Altona außerordentlich viele ehemalige Gewerbeflächen für den Wohnungsbau bereitgestellt hat. Dies zeigt: Altona beteiligt sich maßgeblich am Wohnungsbau in unserer Stadt. Dass neue Sozialwohnungen mittlerweile auch wieder in Altona und nicht nur am Stadtrand entstehen, zeigen nicht nur die Baugenehmigungen, sondern auch hunderte bereits fertig gestellte neue Sozialwohnungen, etwa neue Wohnungen von SAGA GWG am Suttner-Park. Jede zweite Wohnung, die aktuell in Altona auf städtischen Flächen geplant wird, wird eine Sozialwohnung sein. In Ottensen und den umliegenden Stadtteilen Altona-Nord und Othmarschen sind seit 2011 bereits über 400 Sozialwohnungen gefördert worden. Neue große Wohnungsbauvorhaben mit mehreren hundert Wohnungen werden aktuell auf dem Kolbenschmidt-Gelände entwickelt bzw. sind für die Euler-Hermes-Fläche angekündigt. In der benachbarten Mitte Altona werden in den nächsten Jahren mehrere tausend neue Wohnungen errichtet, allein für den ersten Bauabschnitt der Mitte Altona sind aktuell 500 neue Sozialwohnungen geplant.
Vor diesem Hintergrund ist es auch wohnungspolitisch vertretbar, wenn nun auf dem Zeiseparkplatz nun doch die ursprünglich geplante Nutzung als Gewerbestandort umgesetzt wird, um dadurch im Bezirk Altona und Ottensen wieder vermehrt Arbeitsplätze zu schaffen. Das kann durch die Umsetzung des jetzt gültigen Planungsrechtes auf dem Zeise 2-Gelände nunmehr geschehen. Dieses setzt einen Beschluss der dafür zuständigen Kommission für Bodenordnung voraus, deren Beratungsprozess noch nicht angeschlossen ist. Ein Bürgerschaftsbeschluss vor dem Abschluss der intensiven Beratungen der Kommission wäre nicht adäquat.
Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
Die Hamburgische Bürgerschaft bekräftigt, dass das laufende Beratungsverfahren in der für den Verkauf städtischer Grundstücke zuständigen Kommission für Bodenordnung abgeschlossen werden soll.